Die Brille

Die Brille, Hamburg 2009

Dieses Bild verschiebt die Schärfeebene auf den Bereich vor den beiden Gläsern. Das Auge springt zunächst auf die Brille als scheinbaren Fixpunkt. Die Unschärfe zwingt den Blick aber auf die scharfe Fläche davor und irritiert den Betrachter zunächst. Ein alternativer Ruhepunkt für das Auge des Betrachters könnte dann der Glassplitter links sein. Aber auch der ist etwas unscharf gehalten. Der Betrachter ist einer ungewohnten Situation ausgesetzt, die er zunächst nicht beherrscht. Genauso wie der Brillenträger, dessen Brille durch den Aufprall auf das Pflaster einer Strasse zerstört wurde. Auch der muss sich nun an die neue Situation gewöhnen, in der er ohne Brille ad hoc keine Schärfepunkte mehr zur Orientierung findet.